Unveränderter Stand von certvia/dev (a48c5fb) plus Craftvia-Spezifikation und Brandbook unter docs/craftvia/. ISMS-Module werden im Folgecommit entfernt. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
12 KiB
Onboarding-Wizard — Machbarkeitsanalyse (Product Owner)
Bewertung des Berater-Fahrplans (Onboarding_Wizard_Fahrplan_Detail.md) gegen den dokumentierten Funktionsstand (HANDOVER-PM.md, Stand 2026-07-20). Ziel: Umsetzbarkeit, Wiederverwendung vorhandener Funktionen, neue Funktionen, Komplexitäten — als Grundlage für die anschließende Aufgaben-/Epic-Definition.
Status-Legende: ✅ Vorhanden (direkt nutzbar) · 🟡 Teilweise (erweitern) · 🟥 Neu (bauen) Aufwand: S ≤ 1 Tag · M 2–4 Tage · L > 1 Woche (Entwicklung; Fachcontent separat)
1. Gesamturteil
Der Wizard ist umsetzbar — und sitzt auf einem für dieses Vorhaben ungewöhnlich starken Fundament. Rund zwei Drittel der fachlichen Bausteine existieren bereits produktiv (Assets/BIA, Risikoanalyse, Richtlinien-/Template-Engine mit Control-Mapping, importierter VDA-ISA-Katalog mit 316 Anforderungen/45 Controls, AL2/AL3-Schalter, Vier-Augen-Freigabe, Lieferanten-Reifegrad-/Gate-Logik, Coverage-Matrix, Audit-Log, Mandantenfähigkeit).
Der Wizard ist damit weniger „neues Modul" als vielmehr eine geführte Orchestrierung vorhandener Module plus einige neue Querschnitts-Engines. Der eigentliche Aufwand liegt — wie der Fahrplan selbst richtig betont — nicht in der Software, sondern im Fachcontent (regelfähige Vorlagen, VDA-Risiko-Katalog, Umsetzungshinweise, Reifegrad-Logik). Das ist der kritische Pfad und zugleich die Stelle, an der die GEFIM-Projekt-DNA (~100 Projekte) zum Tragen kommt.
Drei Dinge müssen früh und sauber gebaut werden, sonst werden sie später teuer nachgezogen: (1) ein generisches Aufgaben-Modul, (2) der generische Validierungs-Workflow, (3) der Regel-/Mapping-Layer. Sie sind die Klammer um alle Schritte.
2. Querschnittsmechaniken (Kap. 2 des Fahrplans)
| Mechanik | Status | Vorhanden (wiederverwendbar) | Neu zu bauen | Aufwand | Risiko |
|---|---|---|---|---|---|
| 2.1 Validierungs-Workflow | 🟡 | Vier-Augen-Freigabe Richtlinien (Entwurf→In Freigabe→Freigegeben), Lieferanten-ISB-Reifegrad-Freigabe, RBAC, Audit-Log | Generisches Status-/Review-Modell über alle Objekttypen (Modul/Richtlinie/Risiko/Control-Bewertung), Rolle „externer Berater" als Validierer, Kommentare, „unbestätigt zählt nicht" in der Auswertung | M | Querschnitt — früh bauen, nicht anflanschen |
| 2.2 Umsetzungshinweise | 🟡→🟥 | implementation-Feld je Anforderung im Katalog, Anwender-Handbuch (kuratiert, Deep-Links) |
Strukturiertes Hinweis-Modell (org/tech/Nachweise/Vorlagen-Verweis/Ressourcenindikation), Scope-/Antwort-Filter, Inline-Panel | Backend S · FE S · Content L | Content-Flaschenhals (SME) |
| 2.3 Maßnahmen → Aufgaben-Modul | 🟡 | Maßnahmen-Kanban (risikobezogen), berechnetes Restrisiko | Generisches Aufgaben-Objekt (Typ/Verantwortlich/Fälligkeit/Priorität/Ressourcen/Herkunft/Verknüpfung Control·Risiko·Dok·Asset), Auto-Vorschlag aus Triggern + Bestätigung | M–L | Keystone — alle Schritte hängen daran |
| 2.4 Audit-Trail & Versionierung | 🟡 | Audit-Log vorhanden | Echte Versionierung (Richtlinien-Diff ist offen), Versionierung von Katalog/Templates/Risiko-Katalog + Instanz-Referenz + Update-Propagation | M–L | Verzahnt mit offener „Versionierung+Diff" & destruktivem Re-Import |
3. Fachliche Bausteine / Datenobjekte (Kap. 3)
| Baustein | Status | Vorhanden | Neu / Lücke | Aufwand |
|---|---|---|---|---|
| Control-Katalog VDA ISA | ✅ | Import 316 Anforderungen / 45 Controls, je Anforderung adressierbar, Typen MUSS/SOLL/HOHER/SEHR HOHER | Ggf. explizite AL2/AL3-Kennzeichnung je Anforderung sichtbar machen (Flags vorhanden) | S |
| Template-Bibliothek | ✅ | 28 Dokumente, Platzhalter/Variablen, optionale Klauseln via {{#if}}, Control-Verknüpfung, Freigabe |
Regel-Tagging über Feature-Flags hinaus (Scope/Antwort-getrieben) | S–M |
| Upload eigener Dokumente | 🟡 | (geplant) Word-Upload als Block-Modell + Anhang, versioniert | Control-Zuordnung des Uploads in die Nachweislage; Upload selbst ist noch offen | M |
| Fakten-/Fragemodell | 🟡 | Variablen-Pflegestelle, Stammdaten (Settings) → ISMS-Variablen | Dynamischer, bedingter Fragebogen als wiederverwendbare Faktenobjekte | M |
| Risiko-Katalog | 🟡 | Bedrohungs-/Schwachstellen-Kataloge, Risikoregister, Control-Verknüpfung | Kuratierter Standard-/VDA-Risiko-Katalog (vordefiniert, erweiterbar) | Backend M · Content L |
| Regel-/Mapping-Layer | 🟡 | Handlebars-Flags, Variablen-Mapping, Lieferanten-Anforderungs-Engine (Schutzbedarf→Stufen) | Generalisierung: Antwort → betroffene Controls/Assets/Risiken (nicht nur Dokument-Klauseln) | L |
| Reifegrad-/Gap-Engine | 🟡 | Coverage-Matrix (Control↔Dokument), Lieferanten-Reifegrad-Freigabe, Gate→Risiko | Control-Scoring aus Belegen + Markierung offener Teilanforderungen | Backend M–L · SME M |
4. Die neun Schritte (Kap. 4)
| Schritt | Status | Trägt auf vorhandenem auf | Neu zu bauen | Aufwand |
|---|---|---|---|---|
| 1 Scoping | 🟡 | AL2/AL3-Schalter (global + Override), TISAX-Level in Settings | Scope-Objekt (Prüfziele/Standorte/Geltungsbereich/Ausschlüsse) + Filterung der Control-/Template-/Risiko-Sets | FE S · Backend M |
| 2 Kontextaufnahme | 🟡 | Stammdaten→Variablen | Geführter, bedingter Fragebogen + wiederverwendbare Faktenobjekte + Propagation | M |
| 3 Rollen & Verantwortlichkeiten | 🟡 | RBAC/Rollen je Mandant, RACI-Matrix (Lieferanten) | ISMS-Rollenmodell (GF/ISB/DSB/IT), Funktionstrennungs-Prüfung, Rollen-Platzhalter in Dokumenten (ISB-Bestellung) | Backend M · FE S |
| 4 Richtlinien & VA | ✅🟡 | Template-Tailoring (a) voll: variablenbasiert, Klausel-Ein/Ausblendung, Freigabe | (b) Upload+Control-Mapping (Upload offen); (c) „später erstellen" → Aufgabe (hängt an 2.3) | (a) ✅ · (b) M · (c) S |
| 5 Asset-Inventar | ✅ | Assets & BIA: C/I/A, Schutzbedarf, Eigentümer, Vererbung, Abhängigkeiten, Risiko-Verknüpfung | „unvollständig/kein Eigentümer" → Aufgabe (Trigger) | S |
| 6 Risikomanagement | ✅🟡 | 5×5-Heatmap, Register, Behandlung, Maßnahmen, Control-Verknüpfung | VDA-Risiko-Katalog-Auswahl; Maßnahme→Aufgabe (2.3); Methodik konfigurierbar (siehe Offen #2) | M |
| 7 Control-Zuordnung & Reifegrad | 🟡→🟥 | Coverage-Matrix, Beleg-Verknüpfung, Lieferanten-Reifegrad-Muster | Control-Assessment-Oberfläche (SoA ist bisher Platzhalter) + Reifegrad-Selbsteinschätzung + Gap-Markierung je Teilanforderung | Backend L · FE L · SME L |
| 8 Gap- & Maßnahmenableitung | 🟥 | Ergebnisse aus 6/7 | Aggregation/Dedup/Priorisierung → konsolidierte Gap-Liste (hängt an 2.3) | M |
| 9 Assessment-Readiness | 🟥 | validierte Objekte, Coverage-Daten | Reifegrad-Dashboard + vorausgefüllte VDA-ISA-Katalogsicht + Export (koppelt an offenen DOCX/PDF-Export) | Backend M · FE L |
| Wizard-Shell (implizit) | 🟥 | — | Geführter Multi-Step-Flow: Zustand, Fortschritt, Gates, Wiederaufnahme, „bestätigt/unbestätigt"-Propagation | M–L |
5. Was wirklich neu gebaut werden muss (verdichtete Liste)
- Wizard-Shell / State-Machine (Flow, Fortschritt, Gates, Resume). 🟥 M–L
- Generisches Aufgaben-Modul (2.3) — Keystone. 🟡→ M–L
- Generischer Validierungs-Workflow (2.1) inkl. externer-Berater-Rolle. 🟡→ M
- Regel-/Mapping-Layer generalisiert (Antwort→Controls/Assets/Risiken). 🟡→ L
- Scope-Objekt + Filter-Engine (Schritt 1). 🟥 M
- Dynamischer Fragebogen (Schritt 2). 🟥 M
- ISMS-Rollenmodell + Funktionstrennung (Schritt 3). 🟥 M
- Control-Assessment / Reifegrad-Gap-Engine (Schritt 7, SoA-Surface). 🟥 L
- Gap-Konsolidierung (Schritt 8). 🟥 M
- Assessment-Readiness-Dashboard + Export (Schritt 9, koppelt an DOCX/PDF-Export). 🟥 L
- Umsetzungshinweis-Content-Modell + Inline-Panel (2.2). 🟡→ Backend/FE S, Content L
- Versionierung/Diff + Update-Propagation (2.4; löst zugleich offenen destruktiven Re-Import). 🟡→ M–L
Direkt wiederverwendbar (kaum/kein Neubau): Assets/BIA · Risikoanalyse (Kern) · Richtlinien-Template-Engine · Control-Katalog VDA-ISA · AL2/AL3-Schalter · Vier-Augen-Freigabe (als Muster) · Coverage-Matrix · Lieferanten-Anforderungs-/Reifegrad-Engine (als Muster) · Audit-Log · Multi-Tenant/RBAC · Stammdaten→Variablen.
6. Größte Komplexitäten & Risiken (priorisiert)
- Fachcontent ist der kritische Pfad (bestätigt der Fahrplan selbst): regelfähige Vorlagen, VDA-Risiko-Katalog, Umsetzungshinweise je Teilanforderung, Reifegrad-Logik. Muss parallel und früh von der Beratung erstellt werden — sonst blockiert er M3/M4/M5/M7.
- Regel-/Mapping-Engine (Generalisierung). Heute: Klausel-Flags + Variablen + Lieferanten-Engine. Neu: eine Antwort steuert Dokument-Klauseln und Control-Relevanz und Risiko-/Asset-Bezug. Architektur-Kernrisiko — Regel-Syntax und Testbarkeit früh festzurren.
- Control-Assessment/Reifegrad (Schritt 7). Das „SoA & Controls"-Modul ist bisher nur Platzhalter; hier entsteht die eigentliche Assessment-Oberfläche. Größter einzelner FE/Backend-Block.
- Versionierung & Update-Propagation. Solange Re-Import destruktiv ist und Richtlinien keine echte Versionierung haben, sind laufende Kundeninstanzen bei Katalog-/Template-Updates gefährdet. Muss vor „Katalog lebt beim Kunden" gelöst sein.
- Keystones Aufgaben-Modul & Validierungs-Workflow früh, sonst teurer Umbau (Schritte 3–9 hängen daran).
- Export/North-Star (vorausgefüllter VDA-ISA-Katalog) koppelt an den offenen DOCX/PDF-Export.
7. Antworten auf die offenen Entscheidungspunkte des Fahrplans (Kap. 7), PO-Sicht
- Upload-Gap-Check: Start mit manueller Control-Zuordnung (deckt sich mit dem bereits geplanten Word-Upload); automatischer Inhalt↔Anforderung-Abgleich später als KI-Ausbaustufe (koppelt an geplanten „KI-Wizard").
- Risiko-Methodik: mandantenspezifisch konfigurierbar, aber zuvor die zwei bestehenden Matrizen (5×5 Risikoanalyse / 4×4 FB-80-04 im Richtlinienmodul) auf eine zentrale Skala vereinheitlichen (steht bereits als offener Punkt).
- Versionierung/Propagation: nicht-destruktives Update mit Diff und expliziter Übernahme je Instanz (löst zugleich den destruktiven Re-Import). Voraussetzung für „Katalog beim Kunden".
- Validierungs-Granularität: pro Objekt (einzelne Richtlinie/Risiko/Control-Bewertung) plus Modul-Gate — die Freigabe-Logik ist heute schon objektbezogen (Richtlinien) und wird generalisiert.
- Aufgaben-Modul: existiert nur teilweise (Maßnahmen-Kanban, risikobezogen) → muss generalisiert werden; die Task-Erzeugung ist mitzuplanen (Keystone).
- Reifegrad-Vorschlag: regelbasiert vorgeschlagen, mit Pflicht zur Bestätigung durch den Bearbeiter (entspricht dem vorhandenen Lieferanten-Reifegrad-Freigabe-Muster).
8. Empfohlene Reihenfolge (für die Aufgaben-Definition)
Angelehnt an M1–M7 des Fahrplans, sortiert nach Abhängigkeit und Wiederverwendung:
- Querschnitt-Keystones zuerst: Aufgaben-Modul (2.3), Validierungs-Workflow (2.1), Versionierung/Diff (2.4), Wizard-Shell. (sonst später teurer Umbau)
- Regel-/Scope-Fundament: Scope-Objekt + Filter (Schritt 1), Regel-/Mapping-Layer, Fragebogen (Schritt 2).
- Wiederverwendung einklinken: Richtlinien (Schritt 4, größtenteils vorhanden), Assets (Schritt 5, vorhanden), Risiko (Schritt 6, Kern vorhanden + VDA-Katalog).
- Neuer Kern: Control-Assessment/Reifegrad (Schritt 7), Gap-Konsolidierung (Schritt 8).
- Output: Assessment-Readiness-Dashboard + Export (Schritt 9).
- Durchgängig parallel: Fachcontent (SME/Beratung) + Umsetzungshinweise (2.2).
9. Nächster Schritt
Auf dieser Basis die Entwickler-Aufgaben als Epics/Stories definieren — vorgeschlagene Epic-Schnitte: E1 Aufgaben-Modul · E2 Validierungs-Workflow · E3 Wizard-Shell & Navigation · E4 Scope & Regel-/Mapping-Layer · E5 Fragebogen/Fakten · E6 ISMS-Rollen & Funktionstrennung · E7 Richtlinien-Anbindung (Upload/Control-Mapping) · E8 Risiko-Katalog & -Anbindung · E9 Control-Assessment/Reifegrad-Gap · E10 Gap-Konsolidierung · E11 Assessment-Readiness/Export · E12 Versionierung/Propagation · E13 Umsetzungshinweise (Content+Panel) · C1 Fachcontent (querlaufend).
Offen für die Feinspezifikation: Regel-Syntax, Aufgaben-Objekt-Schema, Reifegrad-Scoring-Formel, Export-Format des VDA-ISA-Katalogs. Diese vier zuerst festzurren — sie determinieren den Rest.